Die Bedrohungslage im Bereich IT-Sicherheit hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Angriffe werden gezielter, professioneller und treffen zunehmend auch kleinere und mittelständische Unternehmen. Wer sich wirksam schützen will, muss die aktuellen Entwicklungen kennen und seine Schutzmaßnahmen regelmäßig anpassen.

Ransomware bleibt die größte Gefahr

Ransomware-Angriffe sind nach wie vor die häufigste und teuerste Form von Cyberkriminalität für Unternehmen. Die Angreifer verschlüsseln Unternehmensdaten und fordern Lösegeld für die Entschlüsselung. Neu ist, dass viele Gruppen inzwischen doppelt erpressen: Sie stehlen die Daten vor der Verschlüsselung und drohen mit der Veröffentlichung.

Der wirksamste Schutz gegen Ransomware ist eine Kombination aus regelmäßigen, offline gespeicherten Backups, einem durchdachten Berechtigungskonzept und der schnellen Erkennung ungewöhnlicher Aktivitäten im Netzwerk. Ein getesteter Notfallplan stellt sicher, dass das Unternehmen im Ernstfall handlungsfähig bleibt.

Phishing wird immer schwerer zu erkennen

Während früher schlecht formulierte E-Mails mit offensichtlichen Fehlern als Phishing-Versuche erkennbar waren, sind heutige Angriffe professionell gestaltet und oft kaum von echten Nachrichten zu unterscheiden. Angreifer nutzen öffentlich verfügbare Informationen über Unternehmen und Mitarbeiter, um ihre Nachrichten glaubwürdig zu gestalten.

Technische Maßnahmen wie E-Mail-Filter und Multi-Faktor-Authentifizierung sind wichtig, ersetzen aber nicht die Schulung der Mitarbeiter. Regelmäßige Awareness-Trainings und simulierte Phishing-Kampagnen helfen dabei, die Aufmerksamkeit im Team hochzuhalten.

NIS-2 verschärft die regulatorischen Anforderungen

Mit der Umsetzung der europäischen NIS-2-Richtlinie in deutsches Recht werden die Anforderungen an die IT-Sicherheit vieler Unternehmen deutlich strenger. Betroffen sind nicht nur Betreiber kritischer Infrastrukturen, sondern auch zahlreiche mittelständische Unternehmen in definierten Sektoren. Die Geschäftsleitung haftet persönlich für die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen.

Unternehmen sollten jetzt prüfen, ob sie unter den Anwendungsbereich der NIS-2 fallen, und gegebenenfalls mit der Umsetzung der geforderten Maßnahmen beginnen. Dazu gehören unter anderem ein Risikomanagement, Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen und Nachweise über die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Unabhängig von der Unternehmensgröße empfehlen wir folgende Maßnahmen als Grundlage für eine wirksame IT-Sicherheit: eine aktuelle Bestandsaufnahme der IT-Infrastruktur und ihrer Schwachstellen, die konsequente Umsetzung von Multi-Faktor-Authentifizierung, ein regelmäßig getestetes Backup-Konzept, die Schulung aller Mitarbeiter im Umgang mit IT-Sicherheitsrisiken und die Erstellung eines dokumentierten Notfallplans.

Wenn Sie wissen möchten, wie gut Ihr Unternehmen auf aktuelle Bedrohungen vorbereitet ist, führen wir gerne ein unverbindliches Sicherheits-Assessment durch.

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